Selbstfürsorge im Alltag: Wie du auch mit wenig Zeit gut für dich sorgen kannst

Selbstfürsorge im Alltag: Wie du auch mit wenig Zeit gut für dich sorgen kannst

Du hast dir fest vorgenommen, diese Woche wieder mehr auf dich zu achten.

Sonntag warst du noch voller guter Vorsätze. Du hast frisches Gemüse eingekauft, dir ein paar schöne Rezepte herausgesucht und möglicherweise sogar deine Yogastunde für Mittwoch fest im Kalender eingetragen.

Montag läuft alles wunderbar.

Dienstag auch noch.

Und dann kommt das Leben dazwischen.

Ein krankes Kind, eine zusätzliche Aufgabe im Job, ein Termin, der länger dauert als geplant. Mittwochmittag sitzt du mit einem Käsebrot vor dem Laptop, die Yogastunde wird gestrichen und abends fehlt dir die Kraft, noch etwas Frisches zu kochen.

Das Gemüse liegt inzwischen etwas traurig im Kühlschrank und du fragst dich, warum du es schon wieder nicht geschafft hast, besser für dich zu sorgen.

Ich beobachte das seit Jahren bei Frauen, die ich in meinen Mentorings und Kursen begleite. Und auch ich kenne diese Momente ziemlich gut.

Das Interessante daran: Den wenigsten dieser Frauen fehlt es an Wissen über gesunde Ernährung oder Selbstfürsorge. Im Gegenteil. Sie wissen oft ziemlich genau, was ihnen guttut.

Die Herausforderung beginnt dort, wo dieses Wissen auf einen Alltag trifft, der sich nicht immer nach unseren schönen Plänen richtet.

Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

 

Warum Selbstfürsorge im Alltag oft so schwerfällt

Wenn wir an Selfcare denken, entstehen in unseren Köpfen häufig Bilder von ausgedehnten Morgenritualen, Yogastunden, frisch zubereiteten Mahlzeiten, Meditation, Journaling oder einem entspannten Nachmittag in der Sauna.

Alles wundervolle Dinge. Ich liebe sie selbst!

Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viele dieser Dinge voraussetzen, dass du überhaupt genügend Zeit, Ruhe und Kapazität dafür hast?

Ich nenne das gerne unser Selfcare-Kartenhaus.

Wir bauen uns mit viel Liebe eine schöne Routine auf. Ein Baustein kommt zum nächsten: gesünder essen, mehr Bewegung, regelmäßig meditieren, früher schlafen gehen und zwischendurch auch noch genügend Wasser trinken.

Solange der Alltag mitspielt, steht unser Kartenhaus.

Doch sobald es turbulenter wird, fällt häufig ein Baustein nach dem anderen weg. Und ausgerechnet dann, wenn wir besonders viel Zuwendung gebrauchen könnten, bleibt am wenigsten davon übrig.

Vielleicht liegt die Antwort also gar nicht darin, noch konsequenter zu werden oder unseren Tag besser durchzuplanen.

Was wäre, wenn wir anfangen, unsere Selbstfürsorge so zu gestalten, dass sie sich unserem Leben anpassen kann? Und nicht umgekehrt.


Was bedeutet Selbstfürsorge überhaupt?

Selbstfürsorge bedeutet für mich, eine liebevolle Beziehung zu mir selbst zu pflegen und meine körperlichen, emotionalen und mentalen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Mich immer wieder zu fragen:

Wie geht es mir gerade? Was brauche ich? Und was könnte mir in diesem Moment guttun?

Das klingt zunächst recht unspektakulär. Und manchmal ist es das auch.

Denn Selbstfürsorge muss weder besonders spirituell noch aufwendig sein.

Sie kann bedeuten, dir mittags eine warme Mahlzeit zuzubereiten, statt deinen Hunger bis zum Abend zu ignorieren.

Sie kann bedeuten, einen Termin abzusagen, weil du merkst, dass dein Kalender bereits übervoll ist.

Oder die Kopfhörer abzusetzen und deinen Spaziergang ohne Podcast zu genießen, weil dein Kopf heute schon genug Informationen verarbeitet hat.

Manchmal ist Selbstfürsorge sogar die Entscheidung, etwas NICHT zu tun.

Es geht nicht darum, deinem Alltag weitere Aufgaben hinzuzufügen. Sondern darum, dich selbst in deinem Alltag wieder mitzudenken.

Und das bringt mich zu einem Gedanken aus dem Ayurveda, den ich besonders liebe.


Was wir aus dem Ayurveda über Selbstfürsorge lernen können

Im Ayurveda betrachten wir den Menschen nicht losgelöst von seinem Umfeld. Unsere Bedürfnisse verändern sich mit den Tageszeiten, den Jahreszeiten, unserer Lebensphase und dem, was uns gerade beschäftigt.

Ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Lebensweise ist die sogenannte Dinacharya, die tägliche Routine.

Dazu gehören beispielsweise die morgendliche Körperpflege, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung, bewusste Ruhephasen und ein möglichst gleichmäßiger Schlafrhythmus.

Doch ich möchte dir an dieser Stelle keine ayurvedische Morgenroutine mit zwölf einzelnen Schritten vorstellen. 😉

Viel interessanter finde ich die Frage, welche dieser Rituale dich in deinem persönlichen Alltag unterstützen können.

Denn was dir an einem ruhigen Sonntag guttut, muss nicht zwangsläufig das sein, was du an einem hektischen Dienstag brauchst.

An manchen Tagen genießt du es, morgens eine halbe Stunde Yoga zu praktizieren. An einem anderen Tag tut es dir gut, dich nach dem Aufstehen für ein paar Minuten zu strecken und anschließend in Ruhe deinen Tee zu trinken.

Beides kann seinen Platz haben.

Beständigkeit bedeutet nicht, jeden Tag dasselbe zu tun.


5 Möglichkeiten, wie Selbstfürsorge auch mit wenig Zeit Platz in deinem Alltag findet

Ich möchte dir ein paar Beispiele aus meiner eigenen Ayurveda- und Selfcare-Praxis mitgeben.

Nicht als neue Liste, die du ab morgen abarbeiten sollst, sondern als Anregungen, aus denen du dir das herausnehmen kannst, was gerade zu deinem Leben passt.


1. Beginne deinen Tag mit einem Moment für dich

Ich liebe mein Morgenritual.

Ich koche mir Wasser ab – meinen Ayurveda-Champagner –, zünde mein Räucherwerk an und setze mich, wann immer möglich, für ein paar Minuten nach draußen.

Ich schließe die Augen, spüre die Wärme meiner Tasse in den Händen, nehme die Geräusche um mich herum wahr und atme.

An manchen Tagen habe ich dafür mehr Zeit, an anderen weniger.

Was ich an diesem Ritual so schätze, ist nicht die Dauer. Es ist das Gefühl, meinen Tag bewusst zu beginnen, bevor die ersten Nachrichten, Anforderungen und Aufgaben meine Aufmerksamkeit beanspruchen.

Dein persönliches Morgenritual kann vollkommen anders aussehen.

✺ Ein paar bewusste Atemzüge am geöffneten Fenster.

✺ Ein Lied, das du liebst.

✺ Fünf Minuten, in denen du deinen Kaffee trinkst, ohne gleichzeitig deine E-Mails zu lesen.

Es geht darum, einen Moment zu finden, der sich nach dir anfühlt.


2. Mach dir das Essen an stressigen Tagen leichter

Eine der häufigsten Herausforderungen, von denen mir Frauen berichten, ist die regelmäßige Versorgung mit gutem Essen.

Gerade dann, wenn beruflich oder familiär viel los ist, werden Mahlzeiten verschoben, nebenbei gegessen oder durch das ersetzt, was gerade am schnellsten verfügbar ist.

Deshalb bin ich ein großer Fan davon, an ruhigeren Tagen ein wenig für mein zukünftiges, hungriges Ich vorzusorgen.

Das muss kein stundenlanges Meal Prep am Sonntag sein.

Du kannst beim nächsten Mal die doppelte Portion Dal kochen und die Hälfte einfrieren. Einen Aufstrich vorbereiten, der sich für verschiedene Mahlzeiten verwenden lässt, oder dafür sorgen, dass du immer ein paar sättigende Grundzutaten im Haus hast.

Meine persönlichen Favoriten sind unter anderem:

✺ Linsen für ein schnelles Dal.

✺ Tiefkühlgemüse für spontane Gerichte.

✺ Vorgekochte Hülsenfrüchte im Glas.

✺ Reis, Hirse oder andere Getreidesorten - vorgekocht im Kühlschrank.

✺ Nussmus und Tahini für schnelle Saucen, Dressings und Dips. 

✺ Gewürzmischungen, mit denen selbst aus den schlichtesten Zutaten etwas richtig Leckeres wird.

Gerade in der ayurvedischen Küche lassen sich aus wenigen Zutaten wunderbar aromatische, warme Mahlzeiten zubereiten.

Und wenn es an einem Abend trotzdem die Pizza wird? Dann darfst du sie genießen. Deine Ernährung entscheidet sich nicht an einer einzigen Mahlzeit.


3. Schaffe dir wohltuende Gegenpole zu deinem Alltag

Im Ayurveda arbeiten wir unter anderem mit dem Prinzip der Gegensätze.

Was bedeutet das?

Wenn dein Tag beispielsweise sehr schnell, laut und voller Reize war, kann es wohltuend sein, am Abend bewusst etwas Langsames und Ruhiges zu wählen.

Wenn du viele Stunden am Schreibtisch verbracht hast, sehnt sich dein Körper möglicherweise nach Bewegung.

Und wenn du den ganzen Tag Entscheidungen für andere Menschen getroffen hast, möchtest du abends unter Umständen überhaupt nichts mehr entscheiden müssen.

Ich finde diesen Gedanken wunderbar, weil er uns dazu einlädt, genauer hinzuschauen.

Statt automatisch zur nächsten Selfcare-Aktivität zu greifen, kannst du dich fragen:

Was war heute besonders viel? Und was wäre jetzt ein wohltuender Gegenpol dazu?

✺ Ein Spaziergang nach einem langen Tag am Schreibtisch.

✺ Eine warme Dusche, wenn du dich nach Wärme und Geborgenheit sehnst.

✺ Beruhigende Musik nach einem lauten, hektischen Tag.

✺ Eine Viertelstunde auf dem Sofa, ohne dabei durch dein Handy zu scrollen.

Du wirst mit der Zeit immer besser darin, wahrzunehmen, was du gerade brauchst.


4. Erlaube dir, deine Routinen anzupassen

Eine Yogastunde fällt aus und schon fühlt es sich an, als wäre die gesamte Bewegungsroutine dahin?

Ich glaube, wir machen es uns manchmal unnötig schwer, weil wir eine sehr genaue Vorstellung davon entwickeln, wie unsere Selbstfürsorge auszusehen hat.

Dabei gibt es zwischen einer Stunde Yoga und überhaupt keiner Bewegung ziemlich viele Möglichkeiten.

Dasselbe gilt für deine Ernährung, deine Pausen und deine Rituale.

Du könntest beispielsweise unterschiedliche Varianten deiner liebsten Routinen entwickeln:

Wenn ich mehr Zeit habe Wenn mein Tag bereits voll ist
Ausgiebige Morgenroutine Ein paar Minuten mit einer warmen Tasse Tee
Frisch gekochtes Ayurveda-Menü Ein vorbereitetes Dal aus dem Tiefkühler
Eine Stunde Yoga Zehn Minuten Bewegung
Ausführliche Selbstmassage (Abhyanga) Bewusstes Eincremen nach dem Duschen
Ein Nachmittag für mich Eine Pause ohne Handy und andere Ablenkungen

Die zweite Spalte ist dabei keine minderwertige Alternative.

Sie ist eine ebenso bewusste Entscheidung, gut für dich zu sorgen – angepasst an das, was dir gerade zur Verfügung steht.


5. Frage dich öfter, was du gerade brauchst

Wir sind häufig ziemlich gut darin, wahrzunehmen, was andere Menschen benötigen.

Wir wissen, wann die Kinder Hunger haben, welche Aufgaben im Job erledigt werden müssen und was für den nächsten Tag noch vorbereitet werden sollte.

Aber wie häufig halten wir zwischendurch inne und richten diese Aufmerksamkeit auf uns selbst?

Eine Frage, die ich auch in meinen Mentorings immer wieder aufgreife, lautet:

Was würde mich jetzt gerade nähren?

Und mit nähren meine ich ausdrücklich nicht ausschließlich Essen.

Du könntest beispielsweise brauchen:

✺ Etwas Warmes im Bauch, weil du seit Stunden nichts gegessen hast.

✺ Ruhe, weil dein Kopf bereits den ganzen Tag beschäftigt ist.

✺ Bewegung, weil du dich nach langem Sitzen steif fühlst.

✺ Ein Gespräch mit einem lieben Menschen.

✺ Eine klare Grenze, weil du heute bereits mehr übernommen hast, als dir guttut.

Du musst darauf nicht sofort eine Antwort haben.

Manchmal beginnt Selbstfürsorge bereits damit, überhaupt wieder wahrzunehmen, wie es dir geht.


EVERYDAY GODDESS – Selbstfürsorge für dein echtes Leben

Aus genau diesen Gedanken ist innerhalb meiner Arbeit mit THE NOURISHED GODDESS ein Konzept entstanden, das ich EVERYDAY GODDESS nenne.

Dahinter steckt eine persönliche Sammlung von Ritualen, Gewohnheiten und Möglichkeiten, die dich in deinem Alltag nähren und begleiten dürfen.

Nicht als festes Programm, das du täglich erfüllen sollst.

Sondern als Orientierung, auf die du zurückgreifen kannst – unabhängig davon, ob du gerade viel Zeit für dich hast oder dein Kalender aus allen Nähten platzt.

Denn wir sind nicht jeden Tag gleich belastbar. Unsere Bedürfnisse verändern sich.

Manchmal haben wir Lust, ausgiebig zu kochen, uns zu bewegen und die Welt zu umarmen. An anderen Tagen möchten wir am liebsten die Tür schließen und niemanden mehr sprechen.

Und auch das gehört zum Leben.

Deine EVERYDAY GODDESS darf deshalb an jedem Tag ein wenig anders aussehen.

Es geht darum, herauszufinden, welche Dinge dir guttun, welche dich unterstützen und wie du auch dann Zugang zu ihnen findest, wenn das Leben gerade viel von dir verlangt.

Und wenn selbst das an einem Tag nicht gelingt?

Dann ist morgen kein kompletter Neustart nötig.

Du kannst jederzeit wieder bei dir ankommen.


Wie fange ich mit Selbstfürsorge an, wenn ich kaum Zeit habe?

Falls du dich jetzt fragst, wo du beginnen sollst, möchte ich dir zum Abschluss eine Anregung mitgeben.

Nimm dir heute irgendwann einen ruhigen Moment und denke an die vergangenen Tage zurück.

Wann hast du dich besonders gut versorgt gefühlt?

Was hast du in diesem Moment getan?

Und was davon könntest du auch an einem Tag in dein Leben holen, an dem dir deutlich weniger Zeit zur Verfügung steht?

Du brauchst dafür weder einen neuen Wochenplan noch eine Sammlung aufwendiger Rituale.

Beginne mit einer Sache, die sich für dich gut anfühlt.

Das kann das warme Frühstück sein, auf das du dich morgens freust. Der Spaziergang nach Feierabend oder die Entscheidung, dir für morgen bereits etwas Leckeres zum Mittagessen vorzubereiten.

Und vergiss nicht: Auch wenn du deine guten Vorsätze zwischendurch aus den Augen verlierst, ist nicht alles, was du bisher für dich getan hast, plötzlich verschwunden.

Du darfst jederzeit zu dem zurückkehren, was dich nährt.

Mitten in deinem Leben. Genau dort, wo du gerade stehst.

Von Herzen,

Deine Katti 💛



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In meinem sechswöchigen Onlineprogramm THE NOURISHED GODDESS begleite ich Frauen dabei, wieder mehr Verbindung zu ihren eigenen Bedürfnissen aufzubauen und eine Ernährung und Selbstfürsorge zu entwickeln, die sich ihrem persönlichen Leben anpassen darf.

Mit modernem Ayurveda, intuitiver Ernährung und alltagstauglichen Ritualen, die dich dabei unterstützen, auch an vollen Tagen gut für dich zu sorgen.

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